Die Vielohrenbärenbande: Selbstwert

EUR 1,50

Ust. frei lt. § 6 Abs. 1 (KU-Regelung)

Autorin: Helga Kernstock-Redl

geschrieben für: Kinder, Jugendliche

Ziel und psychologischer Background: Sinn der Geschichte ist es, einem Kind zu helfen, das mangelnde Einfühlungsvermögen eines wichtigen Menschen schadlos überstehen zu können. Einfühlungsvermögen (Empathie) ist die Fähigkeit zu fühlen, was ein anderer Mensch fühlt. Die neurobiologische Grundlage dafür scheinen die „Spiegelneuronen“ zu sein. Die psychologische Empathieforschung versucht, möglichst viel darüber herauszufinden. Denn es gibt hier große Unterschiede je nach Situation und Mensch.

Diese Geschichte will diese Fähigkeit kindgerecht erklären. Der Kontakt mit einem empathielosen Erwachsenen verunsichert Kinder praktisch immer in ihrem Selbstwert. Fast zwangsläufig glauben sie, dass mit ihnen selbst etwas nicht stimmt - die Entstehungsbedingung für Schuld-, Scham- oder Unfähigkeitsgefühle und entsprechend belastende Selbstüberzeugungen.

Das Kind soll hören und verstehen können, dass an ihm selbst alles richtig ist, auch wenn manche Erwachsene falsch mit ihm umgehen. Am Ende möchte die Geschichte einen Denkprozess anstoßen in Richtung: „Wie kann ich von einem Elternteil mit wenig Empathie trotzdem bekommen, was ich brauche?“

Ein fehlendes, störendes oder schwieriges Verhalten symbolisch von einem Menschen zu trennen - hier dargestellt als „Ohr“, kann eine Veränderung enorm erleichtern. Die Grundlage dafür sind das systemische „Externalisieren“ (alle Teilegegeschichten im Webshop arbeiten damit) sowie das „Modell vom inneren Team“ von Schultz von Thun (2004) – mit einer kleinen Anspielung an sein nützliches „4-Ohren-Modell“.

Tipp: Bieten Sie ein gutes Modell, indem Sie selbst darüber sprechen, wann Sie mitfühlen und wie Sie überprüfen, ob das auch tatsächlich richtig ist. „Denken Sie laut“ (= Mentalisieren, s. Wikipedia), wenn sie sich dafür entscheiden, diesem Gefühl zu folgen und wann es Ihnen wichtig erscheint, auf das eigene Gefühl zu hören, auch wenn das einem anderen Menschen „fühlbar“ nicht in den Kram passt.

Selbstüberzeugungen (SÜ) sind Gedanken über sich selbst, die belastend sind (neg. SÜ) oder die stärken (pos. SÜ):

Ø  Neg. SÜ: Ich bin schlimm, ein böses Kind. Ich bin uninteressant, nicht liebenswert.

Ø  Pos. SÜ: Ich bin ganz in Ordnung. Ich kann bekommen, was ich brauche.

Tipps zur Optimierung der Geschichte:

Personalisieren: Man kann jede Geschichte unterschiedlich stark personalisieren: Je mehr Ähnlichkeit zur realen Situation (z.B. Anzahl der Familienmitglieder) und je mehr Identifikation mit der Hauptfigur, umso berührender kann sie sein. Wenn Sie das verringern wolle, können Sie als Hauptfiguren z.B. Wolken im Wolkenwunderland beschreiben. Das bietet für die meisten Kinder mehr Distanzierung als eine Geschichte über ein Bärenkind.  Suchen Sie die Balance, die genau jetzt passt.

Mitgestalten: Vielleicht mag der/die ZuhörerIn mitdenken, mitreden, Kommentare abgeben, sich weitere „Tricks“ ausdenken. Im Text finden Sie Beispiele für eine Formulierung, mit denen Sie dazu einladen können (in Klammer). Sie können selbst dem Bären eine angreifbare Form – als Stofftier, Zeichnung oder riesigen Knetmassenhaufen – geben, oder ihre ZuhörerInnen einladen, es sonst wie sichtbar zu machen.

Freie Wahl: Jede Geschichte soll nur ein Vorschlag sein und nicht Ihre Sicht der Welt „einreden“. Damit das sicher so ankommt, bitte verschiedene Varianten dieser Geschichte erzählen, wo unterschiedlichen Personen diese Fähigkeit fehlt. Bauen Sie mehr distanzierende Elemente (Unterschiede zur Lebenswelt des Kindes) ein, lesen Sie andere Geschichten zum Umgang mit empathielosen Menschen vor oder diskutieren Sie über eine bekannte, amerikanische Urknall-Sitcom, wo einer von 4 Wissenschaftlern zwar gutherzig, jedoch vollkommen empathielos durchs Leben kommt. Haustiere haben unterschiedliche Mitgefühls-Fähigkeiten, Steine haben keine…

Auch die Lösungen können bzw. sollen Sie deshalb variieren: # Sogar, wer selbst gar keine Empathie hat, kann lernen, die Gefühle anderer Menschen zu erkennen: durch Beobachtung, Zuhören, Fragen etc. # Von jemandem, der wie ein gefühlloser Stein durchs Leben rollt, kann man sich guten Gewissens distanzieren. # Und vieles mehr.

Weitere Infos im Gratis-Downloadbereich des Online-Shops und im Buch: „Heilsame und lösungsorientierte Geschichten suchen, sammeln, selber schreiben.“ von H. Kernstock-Redl.