Das unsichere Nest: ungewollte Schwangerschaft oder Geburt

EUR 1,50

Ust. frei lt. § 6 Abs. 1 (KU-Regelung)

Autorin: Helga Kernstock-Redl

geschrieben für: Jugendliche, Erwachsene

Ziel und psychologischer Background: Diese Geschichte soll Kindern oder Erwachsenen helfen, mit der Tatsache oder dem Verdacht fertig zu werden, kein Wunschkind gewesen zu sein. Sie handelt von einer Vogelmutter, die auf sich allein gestellt ein Ei unter unsicheren Umständen ausbrüten muss und vorher daran gezweifelt hat, ob das zu schaffen ist. Als Ergänzung am Ende der Geschichte findet sich ein Textblock, der mögliche Folgen beschreibt. Ich empfehle, zuerst die kurze Form der Geschichte vorzulesen und, falls sie gut ankommt, diesen Textteil einige Zeit danach einzufügen und sie nochmals zu erzählen.

Manchmal erfahren Kinder oder Erwachsene, dass sie ihren Eltern „passiert“ sind bzw. aus unterschiedlichen Umständen ein Schwangerschaftsabbruch überlegt worden war. Es kann eine schwere Kränkung sein oder einen bestehenden Zweifel bestätigen: „Bin ich gewollt, erwünscht? Bin ich richtig hier auf dieser Welt?“

Es ist ein wichtiger Schritt in der gesunden Persönlichkeitsentwicklung, sich von den Wünschen und Erwartungen anderer Menschen abzugrenzen. Natürlich haben wir auf Sozialkontakt programmierte Gehirne (vgl. Joachim Bauer). Dazu gehört es, die Erwartungen anderer erfüllen zu wollen. Erst mit zunehmendem Alter können wir uns bewusst dagegen entscheiden. Ablehnung oder Verachtung in der Vergangenheit erlebt zu haben, bedeutet dann nicht mehr, ablehnens- oder verachtenswert zu sein oder sich selbst so behandeln zu müssen. Es ist möglich und wichtig, sich zu achten und anzunehmen – und sich mit Menschen zu umgeben, die das gerne bieten.

Selbstüberzeugungen (SÜ): Gedanken über sich selbst, die belasten oder stärken:

Ø Belastende, negative SÜ: Ich bin nicht wichtig und nicht richtig, nicht schön oder nicht klug genug.

Ø Stärkende, positive SÜ: Ich bin so was von richtig. So schön, dass es mich gibt. Ich bin willkommen in der Welt.

Tipps zur Optimierung der Geschichte:

Personalisieren: Man kann jede Geschichte unterschiedlich stark personalisieren: Je mehr Ähnlichkeit zur realen Situation des zuhörenden Menschen, umso berührender wird sie sein. Vor allem durch die (vermuteten) belastenden Selbstüberzeugung lässt sich viel Nähe herstellen. Je mehr Unterschiede zwischen Geschichte und realer Lebenssituation, umso besser gelingt der oft wichtige Abstand: Jede/r ZuhörerIn soll sich distanzieren und denken können: „Das hat nichts mit mir zu tun.“ Auch gut.

Vielleicht haben Sie Lust, diese Geschichte einige Wochen später nochmals vorzulesen und dann aus dem Vogel einen Bären zu machen, aus dem wackeligen Nest eine unsichere Höhle, die nicht von einem Vater, sondern von einer Bärenmutter verlassen wurde. Möglicherweise geht es in Ihrer Version um ein Auto, das zuerst gar nicht gebaut werden sollte, sich aber dann zu einem tollen Rennauto entwickelte. Verändern Sie Details oder Hauptfigur selbst oder lassen Sie den/die ZuhörerIn mitgestalten. Anregungen dazu im Buch der Autorin (s.u.).

Mitgestalten: Textstellen in Klammer sind an den/die ZuhörerIn gerichtet. Vielleicht mag er oder sie mitdenken und mitreden? Fragen Sie nach den möglichen Gedanken der Hauptfigur (Selbstüberzeugungen) und bieten Sie noch weitere Möglichkeiten der Mitgestaltung (s. kostenfreier Download zum interaktiven Geschichtenerzählen im Webshop der Autorin).

Freie Wahl: Jede Geschichte soll nur ein Vorschlag sein und nicht Ihre Sicht der Welt „einreden“. Damit das sicher so ankommt, braucht es oft unterschiedliche Geschichten mit verschiedenen Erklärungen, Selbstüberzeugungen und Lösungen. Manche Kinofilme, Märchen oder Bücher kreisen um das Thema „nicht erwünscht sein“. Machen Sie vielfältige Angebote, damit im Gedankenraum des/der ZuhörerIn mehrere Wege entstehen, wie trotz eines schlechten Starts ein „Sieg“, also ein gutes Leben, gelingen kann.

Weitere Infos im kostenfreien Downloadbereich des Webshops oder und im Buch: „Heilsame und lösungsorientierte Kindergeschichten“ von Helga Kernstock-Redl