Das wilde Rennpferd: Hyperaktivität, Fremdunterbringung

EUR 1,50

Ust. frei lt. § 6 Abs. 1 (KU-Regelung)

Autorin: Helga Kernstock-Redl

geschrieben für: ältere Kinder, Jugendliche

Ziel und psychologischer Background: Die Geschichte möchte einem Kind die Aktivierung und innere Anspannung verständlich machen, um sich einen guten Umgang damit zu erarbeiten. Diese Teilegeschichte beschreibt eine Reiterin (den Verstand), die ihr wildes Pferd (ihren energiegeladenen Körper oder Geist) zähmen lernt. Die unruhige Vergangenheit des Rennpferdes könnte mit Schuld haben an der inneren Unruhe in der Gegenwart.

Hyperaktivität und starke Gefühle sind Kräfte, die einen Menschen sehr weit bringen können, sobald er fähig ist, sie zu steuern, also „sein Pferd zu zügeln“ und zu lenken, ohne es „an die Kandare zu nehmen“. Wenn es nicht gelingt, bedroht die ungebremste Impulsivität den Selbstwert eines Kindes und sein soziales Leben. Denn irgendwann kann die so wichtige Botschaft „Dein Verhalten mag manchmal unpassend sein, doch du bist voll und ganz in Ordnung.“ im Alltagsärger untergehen.

Die Geschichte stellt eine Lösung in Aussicht, bietet Worte und erste Tipps. Danach können Sie mit Augenzwinkern sagen: „Brems dein Pferd. Wie kann ich dir dabei helfen?“ Das eröffnet Gelegenheiten, mit dem Kind zu besprechen, wie wir Erwachsene uns einbremsen, beruhigen, Stress abbauen.

Falls die Geschichte gut gefällt, dann noch ein Tipp: Besorgen Sie ein kleines Pferdchen in der gewünschten Farbe. Es darf vielleicht mit in die Schule und kann an das Bremsen erinnern. Wenn die Metapher „Ein Auto lernt bremsen“ besser passt, verändern Sie die Geschichte entsprechend (s. Ergänzung im folgenden Text bzw. in der Geschichte G009 „Der Supersportflitzer“ für jüngere Kinder).

Selbstüberzeugungen (SÜ) sind Gedanken über sich selbst, die belastend sind (neg. SÜ) oder die stärken (pos. SÜ):

Ø Neg. SÜ: Ich kann das nie schaffen. Etwas mit mir stimmt nicht. Ich bin in Gefahr.

Ø Pos. SÜ: Ich bin gut so, voll ok. Ich schaffe das. Die alte Zeit ist vorbei, ich bin in Sicherheit.

Tipps zur Optimierung der Geschichte:

Personalisieren: Jede Geschichte lässt sich an die Situation anpassen: Je mehr Ähnlichkeiten des Textes zur Lebenswelt des Kindes, umso berührender kann sie werden. Je unterschiedlicher die Details, umso besser gelingt die ebenfalls wichtige Distanzierung. Die folgende Geschichte benennt Probleme eher indirekt, auf einer symbolischen Ebene, mit Einzelheiten, die vermutlich nicht passen. Sie eignet sich deshalb ausgezeichnet als erste Geschichte zu diesem Thema. Falls sie gefällt, können Sie in einer nächsten Version mehr Parallelen zu den (früheren) Erfahrungen des Kindes und neue Unterschiede einbauen.

Mitgestalten: Lassen Sie den/die ZuhörerIn mitreden. Im Text wird eine solche Einladung durch… verdeutlicht. Man kann die Namen, Jahreszeiten, Farben, Gedanken u.v.m. gemeinsam aussuchen. Für manche Kinder passt eine andere Hauptfigur besser: vielleicht ein Schnellzug oder ein Auto? In Anmerkung 1 am Ende dieser Geschichte finden Sie Tipps, wie eine unsichere Umgebung für Autos beschrieben sein könnten). Variieren Sie, optimieren Sie, experimentieren Sie.

Freie Wahl: Jede Geschichte soll nur ein Vorschlag sein und nicht Ihre Sicht der Welt „einreden“. Damit das sicher so ankommt, am besten verschiedene Varianten zum Thema erzählen.

Weitere Infos im „Gratis Download“-Bereich des Webshops und im Buch „Heilsame und lösungsorientierte Kindergeschichten“ von Helga Kernstock-Redl.