Eine wirklich wahre Wundergeschichte: Gewalt, Fremdunterbringung

EUR 1,50

Ust. frei lt. § 6 Abs. 1 (KU-Regelung)

Autorin: Helga Kernstock-Redl

Geschrieben für: Kinder, Jugendliche

Ziel und psychologischer Background: Die Geschichte erklärt, wie sich belastende Selbstüberzeugungen und scheinbar „unvernünftigen“ Verhaltensweisen aus den damals durchaus vernünftigen Reaktionen auf ungute äußere Umstände entwickeln. Falls Sie weitere, wahre Details wissen, können Sie damit die Geschichte noch mehr personalisieren und ausbauen. Dann wird daraus Biografiearbeit, also ein Stück Lebens-Geschichte. Oder Sie ersetzen in der Geschichte die Hauptfigur „Kind“ durch „Vogel“ und bieten damit distanzierte, indirekte Unterstützung (s. unten: „Personalisieren).

In dieser Geschichte kommt ein Kind von einer Familie weg, wo Gewalt an der Tagesordnung ist. Es erlebt danach eine sichere Umgebung, doch es ist innerlich noch gefangen in der früheren Welt. Deshalb reagiert es eine Weile noch wie früher: ängstlich, wütend, verzweifelt. Es braucht immer geraume Zeit, bis Betroffene sich von den früher notwendigen oder gültigen Selbstüberzeugungen und Überlebensstrategien lösen können. Es reicht dafür nicht, vom Kopf her zu wissen, dass sie in der aktuellen Lebenswelt keine Gültigkeit mehr haben. Nur im Märchen kann eine Kriegerin oder das Aschenputtel aufstehen und am nächsten Tag als starke, friedliche Königin regieren. In Wahrheit graben sich Kampf- oder Aschenputtel-Spielregeln tief in das Gehirn ein und es dauert, sie los zu werden. Doch es gelingt diesem tapferen Kind. Das traumapsychologische Basiswissen dazu finden Sie in im Bereich „Infothek“ im Shop (Themen „Trauma“ und „Schuldgefühl“) und im Buch „Heilsame und lösungsorientierte Kindergeschichten“ der Autorin.

Selbstüberzeugungen (SÜ) sind Gedanken über sich selbst, die belastend sind (neg. SÜ) oder die stark machen (pos. SÜ).

Ø  Neg. SÜ: Ich bin in Gefahr. Ich bin ein schlimmes Kind. Ich bin schuld. Ich muss kämpfen.*

Ø  Pos. SÜ: Es ist vorbei. Ich bin ein gutes Kind. Ich hatte keine Wahl. Ich kann es schaffen und hier in Frieden leben.**

Tipps zur Optimierung:

Personalisieren: Die Geschichte soll berühren, ohne zu überfordern. Den Anfangsteil (hier: umzuändern und an die Wohn- bzw. Lebenssituation des zuhörenden Kindes anzupassen, ist eine einfache Möglichkeit, mehr Nähe herzustellen: Je ähnlicher die Situation von Kind und Hauptfigur und je detailreicher die Schilderung der Hautsymptomatik, umso wahrscheinlicher emotionales Mitschwingen und Identifikation. Doch zu viel des Guten ist immer schlecht: Unterschiede ermöglichen im Gegensatz dazu die ebenfalls wichtige Distanzierung, Der/Die ZuhörerIn soll jederzeit die Freiheit haben, den Inhalt abzulehnen: „Es ist nur eine Geschichte und hat nichts mit mir zu tun.“ In diesem Text ist von „einem Kind“ die Rede. Eine klare Distanzierungsmöglichkeit bieten Sie, wenn Sie die Hauptfigur im ganzen Text verändern: „Es war einmal ein Tierkind, ein kleiner Pinguin…“ oder „Es war einmal eine Schneeflocke im Wintermärchenzauberland, dem ging es…“. Ohne weitere Erklärung. Das Gegenüber wird heraushören, was er oder sie in genau diesem Moment brauchen kann.

Passen Sie die Geschichte also an die aktuellen Anforderungen an: Sie können mit noch mehr Distanzierungselementen (mit Details, die nicht übereinstimmen) als im Text vorgeschlagen beginnen. Tage oder Wochen später passt vielleicht eine Version, welche die Ereignisse detailreicher (Körperempfindung, Gefühl, Aussehen, Geruch…) schildert. Dafür lebt dort der/die Kleine ganz anders als der/die ZuhörerIn.

*Was denkt ein Kind über sich selbst, wenn es an einer solchen Situation leidet? Gewalt hat oft belastende Selbstüberzeugungen (SÜ) zur Folge. Vielleicht haben Sie eine Vermutung? Dann können Sie diesen Gedanken einbauen und gleich danach die Frage stellen: „…oder was glaubst du, muss das Kind/der Pinguin/die Schneeflocke über sich denken?“ Eine kleine Auswahl anzubieten ist eine weitere Möglichkeit. Scheuen Sie sich nicht, Möglichkeiten offen anzusprechen: „Vielleicht musste die arme, Kleine über sich denken: ‚Ich bin schlecht‘. Oder vielleicht: ‚Ich bin nicht liebenswert‘. Das denken Kleine manchmal, obwohl es ganz und gar nicht stimmt.“ Bei anderen Kindern geht es eher um das Thema Hilflosigkeit (als neg. SÜ passt dann: „Ich bin ausgeliefert.“)

**Jeder negativen SÜ muss später im Text die dazu passende, positive SÜ entgegengestellt werden, damit sich eine heilsame Wirkung der Geschichte entfalten kann. Zu den genannten SÜs passen: „... sie konnte nun denken: ‚Ich bin gut.‘ ‚Ich bin liebenswert“ bzw. bei Hilflosigkeit: „Heute kann ich etwas tun‘.“ Die Struktur jeder heilsamen Geschichte und eine Liste mit möglichen belastenden und den dazugehörigen heilsamen Selbstüberzeugung finden Sie im Bereich „Kostenfrei Download“ des Shops der Autorin.

Mitgestalten: Fordern Sie Ihre/n Zuhörer/in zum Mitdenken auf, fragen Sie es nach Details, bieten Sie viele Möglichkeiten der Mitgestaltung.

Freie Wahl:  Jede Geschichte soll nur ein Vorschlag sein und nicht Ihre Sicht der Welt „einreden“. Falls sie nicht gefällt, lassen Sie’s. Der beschriebene Lösungsvorschlag selbst lässt sich auch ohne die Einkleidung in eine Geschichte vermitteln und einüben. Oder Sie lesen ganz unterschiedliche Texte zu diesem Thema vor.

Weitere Infos finden Sie im Bereich „Gratis Download“ des Shops und im Buch „Heilsame und lösungsorientierte Kindergeschichten“ von Helga Kernstock-Redl.